Schaumwein

Schaumwein ist der Oberbegriff für weinhaltige Getränke in Flaschen, die aufgrund ihres Gehalts an Kohlenstoffdioxid unter Druck stehen. Der Überdruck durch das gelöste Kohlenstoffdioxid beträgt bei 20 °C mindestens 3 bar. Auf Schaumwein fällt in Deutschland seit 1902 die Schaumweinsteuer von aktuell € 1,02 je regulärer Flasche an. Diese Abgabe wurde seinerzeit zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt und nie wieder abgeschafft.

Berechne jetzt selbst, wie viel Schaumweinsteuer Du schon abgeführt hast!

Abbildung 1: Typisches Schaumweinsortiment

Inhaltliches

Seit grauen Vorzeiten bewiesen die Tunten ihren hervorragenden Geschmack, indem sie sich die Welt mit Schaumwein versüßten. Ein populärer Irrglaube lautet hier, dass sich diese Versüßung durch süßen Schaumwein einstellt. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein – die Tunte von Welt trinkt trocken, extra dry oder Brut!¹

Schaumwein passt zu jeder Gelegenheit und Lebenslage. Zu vegan oder Fisch oder Fleisch, zu Oliven oder Gummibärchen, zu top, bottom oder side.

Nicht zuletzt wegen dieser Vielseitigkeit eignet sich Schaumwein auch hervorragend als Gastgeschenk.
Du bist in einen Tuntenhaushalt eingeladen? Großartig, jetzt bloß nichts falsch machen! Nicht einfach nach irgend einer Flasche greifen – die Regel ist: hauptsache trocken. Ganz egal ob Sekt, Champagner, Prosecco, Cava, oder einfach Sparkling. Es wird nach sieben Geschmacksrichtungen unterschieden: (Verordnung EU 607/2009)

Restzucker
g/Liter
über 5032 bis 5017 bis 3212 bis 170 bis 120 bis 60 bis 3
Dosagemild
doux
halbtrocken
demi-sec
trocken
sec
extra trocken
extra dry
herb
brut
extra herb
extra brut
naturherb
brut nature

Gärung

Schaumweine werden aus Grundweinen durch Gärung veredelt. Um eine feine Säure zu gewährleisten, werden diese Grundweine nicht nach Restzuckergehalt, sondern nach dem Säuregehalt gelesen. Für eine gleichbleibende Qualität werden hier meist unterschiedliche Grundweine zu einer Cuvée verschnitten – gerade über mehrere Jahrgänge hinweg ergibt sich so ein gleichbleibendes Bild. Um die zweite Gärung in Gang zu setzen, wird eine Tirage aus Zucker und Hefe zugesetzt.

In Folge wird der Schaumwein per Flaschen- oder Tankgärung veredelt. Traditionelle Flaschengärung dauert mindestens neun Monate und erfolgt entweder in der Originalflasche mit einem Interimsverschluss durch Kronkorken und am Schluss dem Degorgieren (Entfernung der abgesunkenen Hefe aus dem Hals der kopfüber stehenden Flasche) oder aber im Transvasierverfahren, bei dem der Schaumwein nach der Gärung aus den Flaschen entfernt und im Druckbehälter umverteilt wird.

Bei der Tankgärung wird die Cuvée in einem großen Druckbehälter vergoren – für mindestens sechs Monate. Bei der Umfüllung droht ein Verlust der in der Gärung entstandenen Kohlensäure, weshalb mit Kohlendioxid ein Gegendruck erzeugt wird. Dies löst sich jedoch auch im entstandenen Produkt.

Ist auf einer Sektflasche kein Herstellungsverfahren wie bspw. Flaschengärung angegeben, ist von einer Tankgärung auszugehen. Häufig werden hier kostengünstige Grundweine eingesetzt, um das Gesamtprodukt billiger zu gestalten.

¹ Außer der ollen Geddon, die darf sowas.